Das Ikea-Prinzip

Das Ikea-Prinzip

Ich habe es geschafft-  oder: Ich habe etwas geschaffen

Uff, das habe ich geschafft. Wer kennt diesen Ausruf nicht. Eine schwere Last fällt von den Schultern-Erleichterung macht sich breit. Selten aber kommt dabei eine tiefe Freude auf. Warum eigentlich nicht?

Wer sagt: „Das habe ich geschafft“, denkt dabei oft gleichzeitig innerlich „ ein Glück ist diese Arbeit jetzt fertig, diese Last bin ich los.“

Das, was man gerade getan hat, wird innerlich nur unter dem Aspekt der Last wahrgenommen.

So erging es mir an einem Freitagabend, als ich schließlich den Computer ausmachte. Die Wochen vorher hatte sich gerade ein neues Lebensgefühl in mir ausgebreitet. Ich hatte jeden Tag genossen, weil ich die einzelnen Arbeiten des Tages mir gut aufgeteilt hatte. Ich hatte mir die Tage anders strukturiert, mehr Abwechslung in mein Tagesplan eingebaut, sodass sich nicht solange hintereinander vor dem Computer sitzen musste.

Was war denn plötzlich geschehen, dass ich mich schon wieder an diesem Freitagabend gestresst fühlte und keine Freude mehr in mir war?

Da nahm ich den Unterschied wahr:

In den zurückliegenden Wochen hatte ich angefangen, mich an dem zu freuen, was ich gerade tat. Es ging dabei nicht darum, mit etwas fertig zu werden – nur um dann schnell eine neue Aufgabe anzufangen. Ich hatte angefangen, im Jetzt zu leben.

Und im Jetzt tat ich die Dinge mit Jesus zusammen, freute mich an der Gemeinschaft mit ihm und wenn etwas fertig war, dann kam nicht dieser Gedanke: Uff, das habe ich geschafft. Wenn etwas fertig war, hatte ich eine kleine Pause eingelegt und mich darüber gefreut.

Ohne, das mir wirklich bewusst war, wie es geschah, war ich wieder in meinem alten Lebensmodus drin. In diesem Modus galt meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht dem, was ich gerade tat, sondern war darauf gerichtet, etwas fertig zu kriegen.

Wenn dann etwas fertig war, machte sich Erleichterung breit, aber keine Freude. Kaum war etwas fertig, gab es ja stets eine neue Aufgabe, die dann auch wieder fertig gemacht werden wollte.

In den Pausen zwischen der einen Aufgabe und der  der nächsten Aufgabe (wenn es denn mal Pausen dazwischen gab) versuchte ich, den Stress wieder loszuwerden.

Als ich also an diesem Freitagabend mit Gott darüber sprach, was da eigentlich schon wieder in meinem Leben passiert ist, kam mir plötzlich der Gedanke: Du hast etwas geschaffen.

Wow- dachte ich, ich habe etwas geschaffen- das ist ja etwas ganz anderes als: Ich habe es geschafft.

Ich spürte, wie in mir Freude bei diesem Gedanken aufstieg. Wie viel hatte ich also in dieser Woche geschaffen? Ich dachte an die vielen kleinen Arbeiten und die Mühe, die ich in ein aktuelles Projekt gestreckt hatte. Etliche Stunden hatte ich mit E-Mail schreiben und Organisation der Aufgaben an einer Webseite verbracht. Da wurde mir plötzlich deutlich: Was ich aus Liebe zu Gott und in der Verbindung mit ihm tue, geht nicht verloren. Ich hatte in dieser Woche etwas geschaffen, was in Ewigkeit Bestand haben wird. Wenn auch  vielleicht in anderer Form als hierauf der Erde.

Das Ikea-Prinzip

Im Johannes Evangelium fünf, Vers 17 sagt Jesus: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.

Gott schafft immer noch Neues. Und da ich sein Kind bin, darf ich mit ihm zusammen auch etwas schaffen. Das hört sich vielleicht erst einmal vermessen an. Es ist aber die Wahrheit.

Es gibt ein Vers in der Bibel, der uns ermutigen will, mit Gott zusammenzuwirken.

Eph.2,10

Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.( Luther)

Oder, wie die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) sagt:

Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.

Bei diesen Versen muss ich immer an Ikea denken.

Das mit den vorbereiteten Werken ist ja wie mit einem Regal von IKEA. Ich kaufe das Regal, samt Aufbauanleitung. Eigentlich habe ich damit schon ein vollständiges Regal- es ist nur nicht aufgebaut! Da hat jemand schon alles gemacht für mich: Die Löcher für die Schrauben sind vorgebohrt, die Teile sind gesägt und gefräst- nur noch zusammenbauen muss ich es. Aber gerade dieses „nur noch“ gestaltet sich dann manchmal doch recht schwierig. Zum Beispiel kann es sein, dass ich die bildliche Anleitung nicht richtig verstehe, denn die Aufbauanleitung besteht meist nur aus Bildern und kommt ohne lange textliche Erklärungen aus. Oder irgendwelche Teile sind sehr raffiniert versteckt und ohne diese geht der Aufbau nicht weiter. Manchmal braucht man auch unbedingt noch Freunde, die einem das ganze Ding festhalten- alleine klappt das meistens nicht mit dem Aufbau eines IKEA Regals oder eines etwas größeren Möbelstücks. Nur einen Sessel habe ich tatsächlich mal alleine geschafft zusammenzubauen.

Manchmal sieht es so aus, als wäre der Aufbau gleich fertig und dann stellt man fest, dass man ganz am Anfang vergessen hatte, ein wichtiges Teil mit einzufügen. Dann muss man alles noch mal auseinander bauen und von vorne anfangen. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Regal eigentlich schon fertig ist.

So ist es auch mit den vorbereiteten Werken Gottes:

Er hat alles schon gemacht und doch hat er mir einen kleinen Anteil an seinem Werk überlassen. Ich darf mit ihm zusammenwirken. Wenn ich seine Bauanleitung übersehe, falsch deute oder mir selber ausdenke, wie ich das Werk Gottes richtig „zusammensetze“, kann es geschehen, dass dieses vorbereitete Werk nie wirklich zu Stande kommt.

Das Ganze erinnert mich auch an die Geschichte, wie mein Vater mit mir umgegangen ist, als ich so ungefähr 9 Jahre alt war. Zu dieser Zeit wollte er in dem Schlafzimmer einen großen Einbauschrank einbauen. Mein Vater ist handwerklich sehr begabt. Er hatte sich die Holzteile alle selber zurechtgeschnitten und einen Bauplan gezeichnet.

Immer, wenn er freie Zeit hatte, baute er an diesem Schrank weiter. Ich wollte ihm unbedingt helfen. Nun ist sein neunjähriges Mädchen sicherlich nicht die perfekte Hilfe! Zu der damaligen Zeit (das war in den 50ger Jahren des vorigen Jahrhunderts) war es noch nicht üblich, Mädchen in handwerkliche Betätigungen einzubeziehen. Das war sonst in der Vorstellung der damaligen Zeit nur Jungen vorbehalten. Mein Vater aber handelte anders!

Er zeigte mir dem Bauplan und gab mir kleine Aufgaben, die ich erledigen konnte. Die bestanden zum Beispiel darin, dass ich eine Schraube in ein vorgebohrtes Loch hineindrehen durfte. Oder ich hielt die Bretter fest, während mein Vater bohrte. Am Ende stand dann schließlich dieser Einbauschrank an der Wand.

Ich war sehr stolz, denn ich hatte an diesem Schrank mitgewirkt. Er war auch mein Werk!

Mein Vater war auch stolz auf mich – er schrieb mir eine Urkunde, in der er meine handwerklichen Fähigkeiten lobte. Das trug für immer dazu bei, dass ich mich bis heute nicht davor fürchte, die Wohnung selber zu tapezieren, Ikea-Schränke zusammenzubauen oder andere handwerkliche Tätigkeiten auszuüben.

Wenn schon mein Vater sich so über meine Hilfe gefreut hat – wie viel mehr freut sich Gott darüber, wenn wir ihm bei seinem Werk helfen!

Und dann sagte er zu uns: „Du hast etwas geschaffen, was in Ewigkeit nicht zerstört werden kann.“

Auch wenn ich nicht den ganzen Bauplan begreife, dann darf ich mich darüber freuen, dass ich meinem Gott helfen kann. Ich kann dann genauso wie Jesus sagen: Mein Vater wirkt und ich wirke auch!

Deswegen ist es ein großer Unterschied, ob ich sage: Das habe ich geschafft – oder: Das habe ich geschaffen.

Ich fand die Informationen über die Möglichkeiten eines Coaching auf Ihrer Seite sehr interessant und frage mich, ob das für mich sinnvoll und möglich wäre. Dazu hätte ich vorab ein paar Fragen:

Es geht mir darum, mich bei der Arbeit (als Sekretärin) nicht mehr ständig im Hamsterrad anzutreiben, sondern effektiver arbeiten und Grenzen setzen zu lernen. Ich brauche dringend mehr Struktur.

Hinzu kommt, dass ich mich mit einer chronischen Krankheit auseinandersetzen muss und ein paar Ratschläge zum Umgang damit mir gut tun würden.

Da ich nur eine Teilzeitstelle habe, sind mir leider auch die Kosten nicht egal. Können Sie mir mitteilen, welchen Betrag ich pro Beratung zu zahlen hätte.

Herzlichen Dank
Cornelia Wermuth

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Responses

  1. Das IKEA Prinzip eistlich anzuwenden ist schon echt ’ne gute Sache.
    So und diesen Artikel möchte ich gerne ins Netz bei facebook stellen. Finde ich richtig wichtig, Christen u. a. das mitzuteilen.

    • Lieber Thomas
      du brauchst ja bloß die Webseite mit dem Artikel bei facebook zu verlinken- ich stelle es mal bei mir in facebook rein
      Liebe Grüße
      Rosemarie

  2. danke für den text. passt gut zu christi himmelfahrt. er fährt aufi zu seinem und unserem vater und wir sollen/ dürfen/ müssen dann hier unten unser regal selber aufbauen. lg aus der steiermark dein bruder ulrich


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