Sanftmut

Von Jesus lernen – Teil 2 – Sanftmut

(Der vorliegende Text ist eine alte Fassung. Neu überarbeitet erschien er im Quadro: „Sanfte Kraft- den Lebensstil der Demut und Sanftmut lernen“ – siehe meine Bücher)

Matth.11, 29: Nehmt meine Herrschaft an und lebt darin! Lernt von mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit. Bei mir findet ihr, was eurem Leben Sinn und Ruhe gibt.

Jesus hat die Menschen in seiner Umgebung dazu eingeladen, von ihm zu lernen. Wer sich seiner Führung anvertrauen würde, der sollte Ruhe finden in seinem Herzen. Jesus will uns lehren -aber es gibt keinen vorgeschriebenen Ort, an dem wir von ihm lernen können. Wir müssen nicht unbedingt in eine Massenversammlung, nicht in eine Uni, nicht einmal in eine Kirche gehen. Er will uns lehren, indem er mit uns unterwegs ist. Jeder Ort, an dem wir uns befinden, ist ein geeigneter Lehrort. Es gibt keine Abschlussprüfung und es gibt keinen Ehrentitel, den wir dabei erwerben können.

Aber es gibt ein Versprechen: Wir werden zu einer inneren Ruhe kommen, nach der wir uns sehnen. Außerdem werden wir dabei verändert werden und schließlich Jesus immer mehr ähnlich werden. Es gibt auch eine Bedingung: Ich muss wirklich von Jesus lernen wollen – das schließt meine Bereitschaft, mich verändern zu lassen, mit ein. Auf den folgenden Seiten habe ich versucht, dem Leser Hinweise zu geben, wie er in diesen lebenslangen Lernprozess hineinkommt.

  • Wie kann ich ganz praktisch von Jesus lernen?
  • Welche Bereiche meines Lebens berührt das?

Dabei möchte ich Schritt um Schritt, Tag für Tag, dem Leser helfen, den Charakter Jesu immer besser zu erkennen. Die Tage behandeln fortlaufende Themen und die Betrachtungen bauen aufeinander auf. Daher empfiehlt es sich, keinen Tag auszulassen. Am Ende des Textes sollen Fragen dem Leser helfen, einen Bezug zum eigenen Leben herzustellen. Wer wirklich verändert werden will, sollte sich daher Zeit nehmen, über diese Fragen betend nachzudenken.

Die vorliegenden 12 Tage beschäftigen sich mit der Sanftmut. Ich empfehle dem Leser mit Teil 1 (Demut) anzufangen, auch wenn beide Teile unabhängig voneinander studiert werden können.

Tag 1

Matth 11, 29 Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig…

Genauso wie Demut ist Sanftmut ein Wort, mit dem wir nicht mehr viel anfangen können. Heute sind wir „cool“, aber nicht mehr sanftmütig. Jesus gilt vielen jungen Leuten auch als ein „cooler Typ“. Was machen wir dann mit dieser Aufforderung, von Jesus Sanftmut zu lernen? Versuchen wir uns der Bedeutung dieser Aussage langsam anzunähern anhand einer Geschichte mit drei verschiedenen Ausgängen.

Der 12-jährige Paul kommt heulend nach Hause und muss seinen Eltern beichten, dass er in der Schule beim Klauen erwischt worden ist.

a) Der Vater rastet aus und brüllt ihn an: „Wieso kannst du nicht mit deinem Taschengeld

zufrieden sein. Wir geben dir schließlich jede Woche 5 €. Jetzt kriegst du gar nichts mehr, damit du mal merkst, wie es ist, wenn man nichts hat!“

b) Der Vater guckt ihn traurig an und sagt: „Das hätte ich nie von meinem Sohn gedacht, dass er klaut. Geh in dein Zimmer, ich will dich heute nicht mehr sehen!“

c) Der Vater nimmt den Sohn in den Arm und sagt: „Ich bin so froh, dass du uns das freiwillig erzählt hast. Bestimmt tut es dir selber sehr leid. Erzähl mir mal, wie du dazu überhaupt gekommen bist.“

Welches Verhalten wäre wohl sanftmütig zu nennen?
Im germanischen Sprachgebrauch verband sich mit „sanft“ die Vorstellung eines friedlichen
Zusammenseins. Wer „sanft“ war, der suchte Streit zu vermeiden, er wollte sich gerne
vertragen. Das Gegenteil von sanftmütig ist dann: streitsüchtig, zornig, rechthaberisch,
anklagend, unversöhnlich.
Ob ich sanftmütig bin, zeigt sich also wesentlich in meiner Reaktion auf ein verletzendes
Verhalten eines anderen Menschen.
Der Vater im Himmel wollte sich mit uns Menschen versöhnen. Jesus begegnet immer wieder
Menschen, die ihn ablehnen oder Streit mit ihm suchen. Wir können an Jesus sehen, dass Gott
selber sanftmütig ist und ein starkes Verlangen hat, mit uns Frieden zu schließen.

Zum Nachdenken:

  • Wie reagierst du in Streitsituationen?
  • Ist es dir wichtig, in Frieden mit anderen zu leben?

Tag 2

1. Petr. 2, 22 -23: Er hat keine Sünde getan; keine Lüge, kein betrügerisches Wort ist je über seine Lippen gekommen. Wenn man ihn beschimpfte oder mißhandelte, hat er es ohne Widerspruch ertragen; denn er wußte, daß Gott ein gerechter Richter ist und seine Sache vertritt.

Sehen wir uns eine der quälendsten Situationen im Leben von Jesus an:

Matth 22:63 -65 Die Soldaten, die Jesus bewachten, verhöhnten und schlugen ihn. Sie banden ihm die Augen zu und spotteten: „Na, du Prophet! Sage uns, wer hat dich gerade geschlagen?“ In dieser Weise quälten sie ihn noch lange.

Versuchen wir, uns in diese Lage zu versetzen: ohne Grund so grausam misshandelt zu werden. Die Soldaten haben es darauf abgesehen, Jesus alle Ehre zu rauben. Das machen die Folterknechte aller Zeiten. Es geht ihnen immer darum, dem Menschen das Gefühl zu nehmen, dass er auch nur das Geringste wert sei. Und was geht dann wohl in uns vor? Wollen wir die Täter anschreien? Wollen wir ihnen sagen, was für hässliche und gemeine Kreaturen sie sind? Oder schweigen wir hasserfüllt? Ermorden wir sie mit Blicken und Gedanken? Würden wir die Gelegenheit ergreifen uns zu rächen? In jedem Menschen, der gequält und misshandelt wird, kommen solche Gefühle und Gedanken hoch.

Aber Jesus reagiert sanftmütig. Wie kann er das tun? Er ist gekommen, um uns bedingungslos zu lieben und das Böse mit Liebe zu überwinden. Dass Menschen so brutal mit ihm umgehen würden, hat ihn nicht unvorbereitet getroffen. Er glaubte nämlich nicht „an das Gute“ im Menschen, sondern war bereit zu leiden. Er wollte auch dem, der ihn quält und missachtet noch eine Chance geben zu bereuen. Hinter dem sanftmütigen Reagieren steht eine Entscheidung: Ich will mich nicht rächen. Jesus war sich sicher, dass der Vater ihn ehrt und fühlte sich geborgen in seiner Liebe. Er hielt aus, weil er wusste, dass der Vater „seine Sache vertritt“ und gerecht richtet.

Jesus kommt nicht selbst als Richter, sondern der Vater hatte ihn in die Welt mit dem Auftrag gesandt, Menschen zu retten und ihnen zu zeigen, wie sie mit Gott in Frieden leben können. Sanftmut ist also keine lasche Haltung, nichts für Weicheier und „Warmduscher“. Dahinter steht eine mutige Entscheidung, auch in schwierigen Situationen zu lieben und nicht damit aufzuhören, wenn es mich etwas kostet. Jetzt haben wir denselben Auftrag, den Jesus bekommen hatte und sollen den Menschen zurufen: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Wenn wir dabei glaubhaft sein wollen, müssen wir uns aber unbedingt durch den heiligen Geist verändern lassen.

Zum Nachdenken:

  • Wie reagierst du, wenn du beleidigt wirst?
  • Was machst du, wenn du Rachegedanken bekommst?
  • Wie sicher bist du dir, dass du für den Vater im Himmel wertvoll bist?

Tag 3

Gal.5, 22: Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Es gibt Eigenschaften, die wir an Jesus sehen, die sind zuallererst göttliche Eigenschaften. Wir haben schon gesehen, dass Demut eine göttliche Eigenschaft ist. Sowenig, wie wir von Geburt aus demütig sind, sind wir auch sanftmütig. Dafür hat uns die Sünde viel zu sehr verseucht. Dieser „Virus“ steckt in jedem von uns und vergiftet unser Wesen. Wir schlagen lieber zurück, als dass wir einstecken. Wir pochen auf unser Recht und gestehen dem anderen deswegen noch lange nicht das Gleiche zu. Wir wollen selber nachsichtig behandelt werden, halten anderen aber ihre Fehler vor.

Aber wenn Jesus sagt, wir sollen von ihm lernen, dann muss das auch möglich sein. Wer mir dabei hilft, ist der Heilige Geist. Er ist jetzt mein Lehrer, der mir in den brenzligen Situationen zeigt, wie ich reagieren kann. Er hat auch die Hilfe parat. Er wirkt eine Veränderung in meinem Herzen. Damit ich sanftmütig reagieren kann, schenkt er mir dieses innere Verlangen, das Gott hat, mich zu versöhnen und dem anderen zu vergeben.

Will ich das annehmen? Will ich dem Raum geben und mich für Sanftmut entscheiden? Oder will ich lieber meiner gekränkten Eitelkeit freien Lauf lassen? Seitdem ich erlöst worden bin, habe ich eine Wahl. Ich kann jetzt anders handeln -aber ich muss es lernen und ich muss „dran“ bleiben, denn über Nacht wird niemand sanftmütig. Wer herrschen will, wer auf seine eigenen Rechte pocht, wer seine eigene Ehre sucht, wer stark sein will und unabhängig, der kann nie sanftmütig sein. Nur derjenige, der „von Herzen“ demütig ist, kann auch sanftmütig sein. Deswegen lädt uns Jesus ein, beides zu lernen und unser Herz verändern zu lassen.

Zum Nachdenken

  • Willst du Sanftmut lernen?
  • Hast du schon bemerkt, wie der Heilige Geist dir dabei hilft?
  • Bitte ihn bewusst darum, dass er dich lehrt und Sanftmut in dir wirkt.

Tag 4

Eph. 4, 17 -24: Darum hat mir der Herr aufgetragen, euch in aller Deutlichkeit zu sagen: Lebt nicht länger wie Menschen, die Gott nicht kennen! Ihr Denken ist verkehrt und ohne Ziel, denn ohne Gottes Licht ist es finster in ihnen. Sie wissen nicht, was es bedeutet, mit Gott zu leben, und widersetzen sich ihm hartnäckig. Ihr Gewissen ist abgestumpft, deshalb geben sie sich allen nur denkbaren Lastern hin und sind in ihrer Gier, das Leben zu genießen, unersättlich. Aber ihr habt gelernt, daß solch ein Leben mit Christus nichts zu tun hat.

Was Jesus wirklich von uns erwartet, habt ihr gehört und auch verstanden: Ihr sollt euch von eurem alten Leben, dem „alten Menschen“ mit all seinen trügerischen Leidenschaften, endgültig trennen und euch nicht länger selbst zerstören. Gottes Geist will euch mit einer völlig neuen Gesinnung erfüllen. Ihr sollt den „neuen Menschen“ anziehen, wie man ein Kleid anzieht. Diesen neuen Menschen hat Gott selbst nach seinem Bild geschaffen; er ist gerecht und heilig, weil er sich an das Wort der Wahrheit hält.

Jesus bietet uns einen wunderbaren Lebenstausch an, wenn wir uns entschieden haben, mit ihm zu leben. Sein Leben mit allen guten Eigenschaften gegen unser altes kaputtes. Wir lesen in der Bibelstelle von einem Kleidertausch. Meine alten Lumpen ziehe ich aus und dafür bekomme ich jetzt nicht einfach den neuesten modischen Fummel des Zeitgeistes, sondern eine Bekleidung, die vom Heiligen Geist entworfen wurde.

Was fange ich denn nun mit diesem Bild an? Für mich steckt erst mal eine Aufforderung darin: Ich muss aktiv werden, indem ich alte, liebgewordene Gewohnheiten und Verhaltensweisen wirklich ausziehe.

Geht das so einfach? Wer schon einmal in einem sehr engen Kleidungsstück steckte, kennt sicherlich den Kampf beim Ausziehen. Da zieht man und zerrt an dem Pulli herum, oder versucht sich aus der hautengen Hose wieder herauszuschälen. Da muss manchmal noch jemand an den Stiefeln ziehen, damit sie endlich ausgezogen sind. Wo bekomme ich also Hilfe, wenn ich mich von alten, Gewohnheiten trennen will, die mir eng anliegen wie eine zweite Haut?

Der Heilige Geist hilft mir dabei. Ich muss ihn, wie immer, nur darum bitten. Er ist übrigens auch ein perfekter Berater in Sachen „göttlicher Mode“. Er weiß einfach ganz genau, was ich anziehen sollte und was unbedingt auszuziehen ist, weil es mir eigentlich nicht wirklich steht. Hier kommen ein paar göttliche Modevorschläge: Wahrheit anziehen, freundliches Reden und Vergebung stehen dir ausgezeichnet!

Aber Achtung: Nicht länger als bis zum Abend zornig bleiben, denn sonst wird die ganze Kleidung beschmutzt! Jähzorn, Bitterkeit und Geschrei lassen dich alt und hässlich aussehen. ( nach Eph.5, 25-32)

Zum Nachdenken

Frag doch mal den Heilgen Geist, ob er mit deiner „Kleidung“ zufrieden ist? Was solltest du vielleicht ausziehen?

Tag 5

Kol. 3, 12-14: So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld und ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand eine Klage hat gegen den anderen, wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

Vor einiger Zeit geriet ich in eine sehr stressige Situation am Arbeitsplatz. Nichts lief so, wie ich es geplant hatte. Und ich war daran gar nicht Schuld-Schuld war mein Vorgesetzter, der leider nicht das Talent des Organisierens besitzt. Er verursachte da Chaos, wo ich Ordnung hineinzubringen versuchte. Von Tag zu Tag wurde ich darüber wütender und reagierte zunehmend gereizt. Ich ließ alle meine Kolleginnen wissen, wie kompetent ich doch sei und wer eigentlich dieses Chaos verursachen würde. Auch meinem Chef sagte ich recht deutlich, wie verärgert ich über seine Handlungen wäre.

Dabei fühlte ich mich insgeheim recht gut und sonnte mich im Stillen in dem Gefühl, dass ich doch die Einzige wäre, die die Lage in den Griff bekommen könnte. Immer deutlicher spürte ich aber, dass da jemand an dieser „Kleidung“ zog.

Es war der Heilige Geist. Ich warf einen kurzen Blick auf sein Modell, das ich anziehen sollte. Es enthielt Demut und Sanftmut.

Hm – das gefiel mir nicht, weil es meine „Reize“ gar nicht passend zu unterstreichen versprach. Also widerstand ich diesem Ziehen und strengte mich noch mehr an, alles unter Kontrolle zu bringen. Schließlich rebellierte mein Magen und ich sehnte mich nach Entspannung. Der Heilige Geist sagte mir deutlich, dass ich an dem Stress selbst Schuld wäre. Jetzt war ich bereit das einzusehen und fand die alten Lumpen gar nicht mehr so attraktiv.

Durch die Bibelstelle von oben wurde mir klar, was ich anziehen sollte. Besonders hatte es mir an Sanftmut gefehlt, denn ich hatte nicht so gehandelt, dass der Friede gewahrt blieb. Meine Reaktion war aus Stolz geboren. Ich hatte Fehler noch herausgestellt, nur damit ich selber besser dastünde. Ich hatte auch keine Lust gehabt etwas zu ertragen, usw. Der Kleiderwechsel tat mir ausgesprochen gut. Ich konnte völlig loslassen und entspannen. Das beseitigte zwar nicht sofort das Chaos – aber es veränderte meine Einstellung dazu.

Zum Nachdenken

  • Gibt es bestimmte Verhaltensweisen, an denen der Heilige Geist schon lange „zieht“?
  • Entscheide dich heute, ein göttliches Kleidungsstück anzuziehen!

Tag 6

Gal 6, 1: Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.

Was tut Jesus, wenn er die Menschen zurecht bringen will, wenn er ihnen zeigen will, dass sie einen falschen Weg gehen oder eine falsche Entscheidung getroffen haben? Wie bringt er z.B. Petrus zurecht?

Mark.14, 29-31: Da beteuerte Petrus: „Wenn auch alle anderen an dir zweifeln sollten, ich halte zu dir!“ „Petrus“, erwiderte ihm Jesus, „eins will ich dir sagen: Noch ehe heute Nacht der Hahn zweimal kräht, wirst du dreimal behaupten, dass du mich nicht kennst.“ „Ausgeschlossen!“ rief Petrus. „Und wenn ich mit dir sterben müsste, würde ich das nicht tun!“ Auch die anderen Jünger beteuerten dies.

Jesus sieht schon voraus, dass Petrus ihn verleugnen wird. Aber macht er ihm deswegen Vorwürfe? Nein, Jesus sagt Petrus jedoch bewusst, was er in ihm sieht. Er zeigt ihm, dass er seinen Schwachpunkt kennt. In diesem Moment aber sieht Petrus selber nur seine eigene Stärke. Jesus bereitet ihn jedoch liebevoll auf den Moment vor, an dem auch Petrus sein Versagen erkennen wird.

Jesus hat ein Verständnis für die Schwachheit der Menschen. Er weiß, dass wir ohne Gottes Hilfe nicht in der Versuchung bestehen können. Aber der Vater kann nur dem helfen, der selber seine Schwachheit nicht verbirgt. Wer, wie Petrus, meint, er würde nicht fallen, muss erst die Erfahrung machen, dass er doch fallen kann, aber dass Gott ihn dann nicht liegen lässt. Jesus sagt Petrus nicht direkt ins Gesicht: „Du bist eingebildet, du solltest mal zugeben, dass du Hilfe brauchst.“ Nein, er möchte, dass Petrus erfährt, dass er schwach sein darf, dass er versagen darf und trotzdem geliebt ist. Auf diese Erfahrung will er ihn vorbereiten, aber diese Erfahrung will er ihm nicht wegnehmen.

Jesus ist bereit, die Einsamkeit, die das in seiner letzten Stunde mit sich bringt, zu erleiden. Wer sanftmütig zurecht bringen will, muss in der Lage sein, die Not des anderen da zu erspüren, wo der andere sie selber noch verdrängt.

Zum Nachdenken

  • Denk an Begebenheiten, wo Jesus dich korrigiert hat. Hast du dabei gespürt, dass er dich in deiner Schwachheit versteht?
  • Wie gehst du mit den Fehlern anderer Menschen um?

Tag 7

Hebr. 4, 15: Doch er gehört nicht zu denen, die unsere Schwächen nicht verstehen und zu keinem Mitleiden fähig sind. Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, auch wenn er nie gesündigt hat.

Luk 22, 59-62: Nach etwa einer Stunde behauptete plötzlich wieder einer: „Der hier gehörte zu den Männern, die bei Jesus waren; man hört doch gleich, dass er auch aus Galiläa kommt.“ Aber aufgebracht stieß Petrus hervor: „Wovon redest du? Was meinst du eigentlich?“ Da krähte ein Hahn. In diesem Augenblick wandte sich Jesus um und sah seinen Jünger an. Da erinnerte sich Petrus daran, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: „Noch ehe morgen früh der Hahn kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, dass du mich jemals gesehen hast.“ Da ging Petrus hinaus und weinte sehr.

Noch ist Petrus nicht zurecht gebracht. Nach dem dritten Leugnen und dem zweiten Hahnenschrei treffen sich zwei Blicke. Wie hätten wir wohl einen Menschen angesehen, wenn er uns so im Stich gelassen hätte? Enttäuscht? Voller Anklage?

Jesus ist nicht enttäuscht von Petrus, er weiß ja, wie es wirklich in seinem Herzen aussieht. Er sieht ihn mit großer Liebe an. Mit seinem Blick sagt er ihm: „Ich vergebe dir, ich lasse dich jetzt nicht fallen. Du bist immer noch mein Freund.“ Und plötzlich erinnert sich Petrus daran, was Jesus zu ihm gesagt hat, geht hinaus und fängt unkontrolliert zu weinen an. Warum? Der Blick der Liebe hat ihn da erreicht, wo er so unsicher war, in der Tiefe, die er bisher immer mit Großmannssucht überspielt hatte. Der Blick erreicht ihn in einem Augenblick, in dem er plötzlich „nackt“ ist und er spürt: Ich bin als Versager geliebt. Das zerbricht etwas in ihm. Seine Selbstschutzwand bekommt einen kräftigen Riss.

Diesen Blick konnte er nun nicht mehr vergessen. Er war in seine Verwundbarkeit eingedrungen. Hier wirkte er heilend von innen heraus. Was Worte nicht vermochten, bewirkt jetzt ein Blick voller Liebe. Bevor Petrus in völlige Verzweiflung über sich selbst stürzen kann, wird er schon mit diesem Blick aufgefangen. Jesus ist aber noch nicht damit fertig, Petrus zurechtzubringen. Es reicht ja nicht, dass er seine eigene Schwachheit erkannt hat, sondern Petrus muss auch wieder klar den Weg sehen, den Jesus mit ihm gehen will.

Zum Nachdenken

  • Bist du bereit, dass Jesus dich mit einem Blick der Liebe da trifft, wo du dich selber nicht
    ansehen willst?
  • Bitte Jesus, dass er dich wie Petrus vorbereitet, solch eine Situation zu ertragen.

Tag 8

Jes. 42, 1-3: Der Herr spricht: „Seht, hier ist mein Bote, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt, und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, und er wird den Völkern mein Recht verkünden. Aber er schreit es nicht hinaus; er ruft nicht laut und lässt seine Stimme nicht durch die Straßen der Stadt hallen. Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Unbeirrbar sagt er allen, was wahr und richtig ist.

Jesus hat auch Petrus gesagt, was wahr und richtig ist. Aber weil er es in Sanftmut gesagt hat, zerbricht es jetzt Petrus nicht. Und doch ist etwas zerbrochen worden: die falsche Selbstsicherheit, die einer echten Freundschaft nur im Weg stand. Nun glimmt bei Petrus nur noch der Docht, er ist zutiefst verunsichert , aber Jesus will ihm zeigen, dass er jetzt erst recht sein Freund sein will. Er hat immer noch einen wichtigen Auftrag für Petrus. Nach der Auferstehung überrascht ihn Jesus nach einem mächtigen Fischfang mit einer Frage beim Essen.

Joh. 21,15-18: Nach diesem Essen fragte Jesus den Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?“ „Ja, Herr“, antwortete ihm Petrus, „du weißt, dass ich dich liebhabe.“ „Dann hüte meine Lämmer“, sagte Jesus. Jesus wiederholte seine Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ „Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich liebe“, antwortete Petrus noch einmal. „Dann hüte meine Schafe!“ Und zum dritten Mal fragte Jesus: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich wirklich lieb?“ Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nicht zu glauben schien und zum dritten Mal gefragt hatte: „Hast du mich lieb?“ Deshalb antwortete er: „Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!“ Darauf sagte Jesus: „Dann hüte meine Schafe!

Sanftmütig zurecht bringen heißt nicht: Schwamm drüber. Jesus fragt Petrus dreimal, ob er ihn liebt; aber er gibt ihm auch dreimal eine wichtige Verantwortung. „Weide meine Lämmer“das ist für Petrus eine neue Aufgabe. Jesus hat sich den Menschen als „Guter Hirte“ gezeigt. Jetzt soll Petrus also nicht nur Menschenfischer sein, sondern nun soll er Hirte werden. Und Jesus vertraut ihm zuerst die Lämmer an.

Das ist sehr bedeutungsvoll. Lämmer brauchen die meiste Pflege und Beachtung. Mit Lämmern muss man liebevoll umgehen, denn sie sind noch schwach, schutzbedürftig und unerfahren. Warum bekommt Petrus nicht zuerst die Aufgabe Schafe zu hüten? Liebevoll knüpft Jesus hier an die Erfahrung der eigenen Schwachheit an.

Jetzt, wo Petrus weiß, wie es in seinem Innersten wirklich aussieht, kann er auch andere schwache Menschen verstehen. Jetzt wird er sie liebevoll und mit Mitgefühl behandeln. „Guck mal, Petrus“, sagt Jesus also zu ihm,“ du hast jetzt selber erfahren, wie schwach und schutzbedürftig du eigentlich wirklich bist. Das ist gar nichts Schlimmes. Ich bin froh, dass du mich immer noch liebst, denn jetzt kann ich dir das Allerkostbarste anvertrauen: Du sollst für die Menschen, die schwach und hilfsbedürftig sind, ein guter Hirte sein. Du hast ja jetzt erfahren, was sie brauchen. Gib ihnen diese Liebe weiter.“

Zum Nachdenken:

  • Was unterscheidet einen Hirten von einem Menschenfischer?
  • Warum hat Jesus Petrus nicht schon früher zum Hirten berufen?

Tag 9

Math. 26, 48-50: Judas hatte mit ihnen vereinbart: „Der Mann, den ich küssen werde, der ist es. Ihn müsst ihr festnehmen!“ Judas ging auf Jesus zu und sagte: „Sei gegrüßt, Meister!“ Dann küsste er ihn. Jesus sah ihn an: „Mein Freund! Was tust du?“ Sofort packten ihn die Soldaten und nahmen ihn fest.

Jesus will auch Judas zurecht bringen. Auch Judas sagt er vor der Tat voraus, dass er ihn verraten würde. Verrat setzt eine andere innere Haltung voraus als Verleugnung. Da gibt es eine innere Härte, die nicht so leicht zu durchdringen ist. Judas hält an seinen Plänen fest, auch als er hören muss, dass Jesus ihn schon durchschaut hat. Er lässt sich nicht erweichen. Aber Jesus gibt auch hier nicht so schnell auf. Noch im Augenblick des Verrats nennt Jesus Judas ganz bewusst: „Mein Freund!“

Das ist wie der Blick, der Petrus traf: voller Liebe, voller Annahme, voller Bereitschaft zu vergeben. Jesus nennt den Menschen, der eigentlich in diesem Augenblick sein Feind war, Freund. Aber es trifft Judas nicht im Inneren. Nichts kann den Panzer der Härte um sein Herz aufsprengen. Und hier kommt die Liebe Gottes an ihre Grenze. Wer die Wahrheit bewusst und willentlich ablehnt, wer sich ihr innerlich entgegenstellt, der kann nicht zurecht gebracht werden. Da hilft auch keine Sanftmut

Aber Jesus hörte deswegen nicht auf halber Strecke auf zu lieben. Er gab Judas noch in diesem Moment die Chance, umzukehren und zu bereuen. Danach war es zu spät. Wir sollen von Jesus lernen, wie man Feinde liebt. Gott hat sich entschieden nicht mit der Liebe aufzuhören, wenn er abgelehnt wird. Das ist sein Geheimnis. Paulus sagt uns, dass wir Demut und Sanftmut brauchen, damit wir uns gegenseitig in Liebe ertragen können.

Eph.4,1-2: Ich ermahne euch nun, ich der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend.(Elberfelder)

Ertragen bedeutet etwas auszuhalten und nicht so schnell aufzugeben. Wenn wir sanftmütig miteinander umgehen wollen, dann müssen wir in der Lage sein, Gemeinheiten von anderen zu ertragen, ohne uns gleich zu rächen. Wenn ich sanftmütig sein will, muss ich daher auch bereit sein, etwas zu erleiden. Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes werden wir das aber nicht schaffen.

Zum Nachdenken

  • Wenn sanftmütig sein auch heißt, dass ich leiden werde – will ich das?
  • Zu welcher Entscheidung fordert mich Jesus heute auf?

Tag 10

Math. 16, 24-25: Danach sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer mir nachfolgen will, darf nicht mehr an sich selber denken, sondern muss sein Kreuz willig auf sich nehmen und mir nachfolgen. Wer sein Leben um jeden Preis erhalten will, der wird es verlieren, aber wer sein Leben für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen.“

Jesus erklärte seinen Jüngern, dass er gefoltert und getötet werden müsste. Petrus war total entsetzt und wollte das verhindern, aber Jesus wies ihn scharf zurecht. Und in diesem Zusammenhang steht das Bibelwort. Jesus stellt dabei seine Nachfolger vor eine Entscheidung. Es wird nicht ohne Leiden abgehen. Wer den ganzen Weg mit Jesus gehen will, muss bereit sein, das Leben einzusetzen.

Wer den Weg der Liebe gehen will, darf nicht leidensscheu sein. Weil der Vater uns so sehr liebt, war Jesus bereit, seine Liebe bis zur letzten Konsequenz unter den Menschen auszuleben. Auch noch am Kreuz liebte er die Menschen und wollte, dass ihnen vergeben wird. Jesus war entschieden, den Willen des Vaters zu tun und daher kämpfte er in Gethsemane darum, dass er die Kraft zum Ertragen der Leiden bekäme. Weil er Mensch war wie wir, hatte er davor Angst; aber er ließ es nicht zu, dass diese Angst ihn besiegte.

Mark.14,33-36: Petrus, Jakobus und Johannes gingen mit ihm. Grauen und Angst überfielen Jesus. „Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe“, sagte er. „Bleibt bei mir und laßt mich nicht allein.“ Jesus ging ein paar Schritte weiter, kniete nieder und betete: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so bewahre mich vor diesem Leiden. Dir ist alles möglich. Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“

Wenn wir Jesus auf dem Weg der Liebe nachfolgen wollen, wird es für uns auch immer wieder bedeuten, mit ihm zu leiden. Damit Gottes Liebe nicht behindert wird, braucht es unsere Bereitschaft zur Vergebung und unsere Weigerung Machtmittel oder Zwang auszuüben, damit das Reich Gottes kommen kann.

Zum Nachdenken:

  • Wo versuche ich mit Druck oder Zwang das zu erreichen, was ich von Gottes Willen erkannthabe?
  • Wieso muss Liebe eigentlich leiden – geht es nicht auch ohne Leiden?

Tag 11

Hebr 12, 1-3: Wie Zuschauer im Stadion die Wettkämpfer anfeuern, so sind diese Zeugen des Glaubens Vorbilder für unseren Kampf. Darum wollen wir alles ablegen, was uns in diesem Kampf behindert, vor allem die Sünde, die uns immer wieder fesseln will. Mit zäher Ausdauer wollen wir auch noch das letzte Stück bis zum Ziel durchhalten. Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus. Er hat uns gezeigt, wie man diesen Lauf beginnt und als Sieger ans Ziel gelangt. Weil große Freude auf ihn wartete, erduldete Jesus den schmachvollen Tod am Kreuz. Jetzt hat er als Sieger den Platz an der rechten Seite Gottes eingenommen. Vergesst nicht, wieviel Hass und Anfeindung er von gottlosen Menschen ertragen mußte, damit auch ihr in Zeiten der Verfolgung nicht den Mut verliert und aufgebt.

Jesus hatte ein positives Ziel vor Augen. Leiden war für ihn kein Ziel in sich, sondern etwas, das in Kauf genommen werden musste, um den „Siegespreis“ zu bekommen. Und was ist der Preis? Das sind wir! Jesus wollte uns befreien und dafür musste er durch diese Qualen hindurchgehen. Paulus hat später als Nachfolger Jesu auch viele Leiden ausgehalten und darüber geschrieben. Was war sein Ziel? Er wollte unbedingt ganz eng mit Jesus zusammen sein und war sich sicher, dass alles, was er leiden musste, gar nichts war, im Vergleich zu der Herrlichkeit, die er einmal erfahren würde.

Phil 3,14: Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen.

Wenn wir von Jesus das Geheimnis lernen wollen, wie wir mit Leiden umgehen können, dann sehen wir, dass es ihm immer um den Vater ging. Er liebte den Vater, wollte seinen Willen tun und hatte das Ziel, zu dem Vater mit uns als befreite Kinder zurückzukehren.

Zum Nachdenken

  • Welches höchste Ziel haben wir?
  • Was ist es uns wert, dieses Ziel zu erreichen?

Tag 12

Eph 4, 1-2: So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den anderen in der Liebe.

Heute kommen wir zum letzten Tag über Sanftmut. Zwölf Tage lang haben wir nun versucht, Sanftmut von Jesus zu lernen. Damit ist es natürlich nicht getan. Das wird uns das ganze Leben beschäftigen. In dem heutigen Bibelwort erinnert Paulus noch einmal die Gemeinde in Ephesus daran, dass sie den Ruf Jesu zur Nachfolge nicht vergessen sollen. Demut und Sanftmut sind dafür unverzichtbar. Wenn wir das lernen, dann sind wir auch fähig einander zu ertragen. Die Bibel ist so realistisch! Ertragen hat schon wieder etwas mit Leiden zu tun. Die Liebe macht mich fähig, das an einem Menschen auszuhalten, was mich eigentlich mächtig stört.

Wenn ich Demut und Sanftmut lerne, dann wächst auch meine innere Fähigkeit Menschen auszuhalten, die mich eigentlich nerven. Gottes Liebe sagt eben „Ja“ zu uns, so wie wir gerade sind. Er erträgt uns mit großer Geduld. Je mehr ich von Jesus lerne, verstehe ich auch, dass diese Liebe eine ungeheure Kraft ist. Sie gibt mir die Kraft auszuhalten, nicht wegzurennen, nicht den anderen aufzugeben. Sie gibt mir die Kraft, immer wieder neu von vorne anzufangen -auch bei Menschen, die ich als anstrengend empfinde.

Zum Nachdenken

  • Welchen Menschen soll ich gerade in Liebe ertragen lernen?
  • Sanftmut ist ein lebenslanger Lernprozess – wann willst du diesen Kurs wiederholen?

Nachbemerkung

Diese Gedanken sind – in leicht überarbeiteter Form – in meinem Quadro-Buch »Sanfte Kraft« zu finden. Mehr zu diesem Buch hier: Sanfte Kraft bei Down to Earth

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